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Peter Habeler: „Für mich wäre das ein Horrorszenario, in so einer Schlange den Berg hinaufzugehen.“

Zitate-Service „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ am 5. Oktober 2026

Peter Habeler
© ServusTV / Johannes Jank
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Pioniere, Grenzgänger und ihre großen Abenteuer: Peter Habeler blickt auf seine gemeinsamen Expeditionen mit Reinhold Messner zurück. Mit Simon Messner und Hans Wenzl sprach er über das Risiko am Berg, Glück und den Reiz des Unbekannten – aber auch darüber, wie sich die Welt der Berge verändert. „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ jetzt bei ServusTV On nachschauen.

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Pioniere am Berg
Herbert Tichy - Weltenwanderer, Bergsteiger, Sinnsucher: Die „Bergwelten“-Dokumentation bei ServusTV On!

„Herbert Tichy ist eine ganz spezielle Figur. Viel mehr als das Bergsteigen ist es der Abenteuercharakter, der bei ihm immer mitgeschwungen hat.“
Simon Messner schwärmt von Herbert Tichy.

„Herbert Tichy ist ein Pionier Österreichs. Mit welchem Ehrgeiz er den Cho Oyu bestiegen hat.“
Hans Wenzl über Herbert Tichy.

„Wir denken zurück und diese Geschichten am Cho Oyu. Das ist ideal. Mit zehn Leuten auf einem Berg hat jeder andere Ideen. Eine gute Mannschaft kann aus zwei Leuten wie Messner und Tichy bestehen. Man muss es einfach halten und nicht verkomplizieren.“
Peter Habeler bevorzugt kleine Teams.

„Er wusste und sah, dass seine Finger eingefroren sind, und hatte dennoch den Willen, den Gipfel zu besteigen.“
Simon Messner zeigt sich begeistert.

„Je größer die Gruppen, desto schwieriger findet man Entscheidungen. Für mich war immer der Bruder der eine Partner. Du kanntest dich von daheim, musst deinen Partner kennen. Jeder reagiert anders. Der Mensch verändert sich auf 8.000 Metern. Tichy wusste am Cho Oyu: ‚Wenn ich es nicht mache, macht es wer anderer.‘ Das hat ihn innerlich so weit getrieben.“
Hans Wenzl über Tichys Pionierdasein.

„In der großen Masse ist das eine Als-ob-Sicherheit. Im Zweier- oder Dreierteam trägt jeder eine Last und da hilft man sich eher.“
Simon Messner über große Gruppen am Berg.


„Früher wurde viel geraucht. Ich weiß, dass man früher ein Getränk aus einem Drittel Wein, Kaffee und Wasser mithatte. Das frühere Red Bull. Es gab Indizien, dass das Rauchen hilft, weil die Lunge dann wenig Sauerstoff gewohnt ist.“
Simon Messner über frühere Gewohnheiten am Berg.

„Reinhold hat mir als Gute-Nacht-Geschichte immer erzählt, dass Peter Habeler, so wie Hans Kammerlander, die Ausdauer einer Gazelle hat.“
Simon Messner erzählt von früheren Gute-Nacht-Geschichten.

„Ich hatte immer das Glück, dass ich mit den besten Leuten unterwegs war. Reinhold Messner war ein Überflieger und der Beste. Er hat für mich gesorgt. Ich war am Cho Oyu in einer schlechten Verfassung. Wenn es wem nicht gut geht, muss ich ihm helfen. Außer Reinhold lebt leider niemand mehr. Zu zweit auf einen Achttausender zu gehen – es gibt nichts Schöneres. Gott sei Dank hatte Reinhold eine Kamera mit. Wenn ich die Bilder sehe, wie ich auf ihn zugehe, kommt mir das Weinen.“
Peter Habeler ist immer noch emotional.

„Der Tod ist kein Gefährte beim Bergsteigen. Du lässt ihn außen vor. Du denkst nicht an ihn. Als Junger hat mich der überhaupt nicht beschäftigt.“
Peter Habeler verschwendete keinen Gedanken an den Tod.


„Der Tod hat bei mir keine Rolle gespielt. Als jemand aus der eigenen Gruppe starb, ist der Tod schon ein Begleiter, aber sicher nicht im Mittelpunkt. Wenn du zu viel dran denkst, musst du umdrehen und nach Hause. Du kannst es dann aber auch nicht mehr verdrängen.“
Hans Wenzl hatte nahen Kontakt mit dem Tod.

„Das Risiko haben wir nicht dosiert, wir hatten Glück. Ich hatte immer gute Lehrer, die versucht haben, mich als kleinen Buben davon zu überzeugen, dass die Berge toll, aber gefährlich sind. Ich habe immer fleißig trainiert. Der gute Sportler muss früh beginnen und da braucht er gute Lehrer. Dieses Glück hatte ich.“
Peter Habeler hatte immer gute Lehrer.

„David Lama war auch ein Überflieger. Ich wollte mit 75 noch einmal die Eiger-Nordwand machen und habe das mit ihm gemacht. Man muss es mit Freude machen. Mit Freude trainieren, dann die Partner auswählen.“
Peter Habeler über seinen Kontakt zu David Lama.


„Glück spielt ganz sicher mit. Bauchgefühl hat man nicht, das entwickelt man. Es waren mehr Momente, wo ich Glück hatte, als ich mir zugestehe. Aber auch mehr beim Klettern als im Bergsteigen. Wir sind schon alle Verdränger, das muss man sagen. Das ist ein schleichendes Erwachen. Ich drehe heute gerne um.“
Simon Messner verdrängte viele gefährliche Momente.

„Das hat mit Bergsteigen nichts zu tun. Es wird jedes Jahr extremer. Wir sind aktuell bei 10.000 Besteigern jährlich. Mich reizen Achttausender überhaupt nicht mehr und das ist sehr schade. Die Berge, wie wir sie kannten, haben sich verändert. Viele restliche Berge sind dafür menschenleer. Das finde ich viel spannender.“
Simon Messner ist an Achttausendern nicht mehr interessiert.

„Das selbstständige Denken nimmt ab. Die Leute werden geführt. Kann ich weitergehen? Fühle ich mich gut? Der Weg wird vorgegeben. Ich bin froh, dass ich das alleine machen konnte.“
Hans Wenzl über die Engstirnigkeit der Massentouristen.

„Für mich wäre das ein Horrorszenario, in so einer Schlange den Berg hinaufzugehen. Man passt nicht auf den anderen auf. Jeder schaut auf sich.“
Peter Habeler fühlt sich von Massenbesteigungen nicht angezogen.

„Durch die Masse wird es anonym. Das ist schwierig, aber leider normal.“
Simon Messner kann sich vorstellen, dass die Hilfsbereitschaft in der Menschenmenge abnimmt.

„In der Szene ist das lange ein großes Thema. Es passiert sehr viel und als Bauer kriege ich das hautnah mit. Wir überlegen immer, wann wir aufbrechen. Die Saisonen verschieben sich. Man kann jetzt auf 7.000 Metern noch mit T-Shirts sitzen.“
Simon Messner über die Planungsschwierigkeiten.

„Steinschläge und Lawinen kannst du schwer einschätzen. Beides führt dann aber auch schnell zum Tod.“
Hans Wenzl über die Gefahren am Berg.


„Es gibt viele junge, tolle Leute, die aufbrechen. Auch wenn sie jetzt auf Schnelligkeit gehen, aber das taugt mir schon. Es bleibt nicht stehen. Der Sport verändert und entwickelt sich. Ich lehne mich zurück und schaue mir das vom Fauteuil an.“
Peter Habeler über die nächste Generation.

„Speedklettern ist olympisch, aber hat mit dem klassischen Klettern nichts zu tun. Ich verstehe es schon, weil man zuschauen kann, wie es passiert.“
Simon Messner über Speedklettern.


„Ein Berg ist immer unberechenbar. Speedklettern ist okay, aber das gehört nicht auf die Berge. Jede Stunde in der Todeszone ist gefährlich.“
Hans Wenzl über Speedklettern am Berg.


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