Meldung vom 27.05.2026

Österreichs wunderbare Jahre: Unsere 80er

Do., 09.07., ab 20:15 Uhr

Das Jahrzehnt, in dem Weltgeschichte geschrieben wird: Am Beginn der 1980er-Jahre scheint die Teilung der Welt in West und Ost unüberwindbar. In Österreich hat man sich an den Eisernen Vorhang längst gewöhnt. Das Ende der "Kreisky-Jahre" lässt lange ignorierte Probleme aufbrechen. Die verstaatlichte Stahlindustrie gerät in eine existentielle Krise. Zehntausende Arbeitsplätze gehen verloren. Und dennoch: In vielerlei Hinsicht sind die Österreicher zu einer selbstbewussten Nation geworden.
Die 1980er-Jahre haben es in sich - vieles bewegt sich in und rund um Österreich. Manches davon soll noch Generationen später in ihrem Sein und Denken prägen. Im Sommer 1989 wird das Burgenland Schauplatz dramatischer Szenen: Tausende DDR- Bürger fliehen über Ungarn in den Westen. Drei Monate später fällt in Berlin die Mauer. Der burgenländische Wirt Heinz Luisser erinnert sich: „Für mich war es ein wunderbares Jahr, weil ich zum einen noch unbekümmert war, weil es ein Erlebnis war - und weil es eine Veränderung dargestellt hat in der Geschichte.“

1986 kämpft sich Jörg Haider als FPÖ-Obmann ins politische Rampenlicht - ein Mann, der polarisiert wie kein anderer. Kurt Waldheim wird Bundespräsident und Österreich diskutiert über seine Vergangenheit in der Nazi-Zeit. Viktor Frankl hält 1988 eine viel beachtete Rede am Heldenplatz: „Ich kenne nur zwei Rassen: Die der Anständigen und die der Unanständigen.“ Skispringer Toni Innauer triumphiert bei Olympia 1980: „Die Goldmedaille, natürlich, herzlich willkommen und wunderbar.“ Köchin Lisl Wagner-Bacher wird als eine der ersten Österreicherinnen vom Gault Milleau ausgezeichnet: „Das war eine spannende Zeit, in der wir auch viel gelernt haben.“

Die Österreicher beginnen, der Umwelt mehr Aufmerksamkeit zu schenken: Die Besetzung der Hainburg Au 1984 ist einer der Grundsteine der Gründung der „Grünen“. Beatrix Neundlinger, Sängerin der Polit-Band „Schmetterlinge“ erinnert sich an das Konzert in der Au. „In der Au haben wir auch gespielt. Es war eines der kältesten Konzerte, uns ist die Flöte an den Lippen angefroren gewesen.“ Die Österreicher sind voller Hoffnung. Wirtschaftliche Krisen sind bewältigbar. Es bieten sich neue Chancen, auch wenn erstmals wieder eine tiefe Spaltung der Gesellschaft spür- und sichtbar wird.
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