Meldung vom 16.12.2025

Rund um den Großvenediger – Wahrzeichen des Winters

"Heimatleuchten" am Fr., 06.02., ab 20:15 Uhr

PW - 06 - Heimatleuchten - Rund um den Großvenediger - Wahrzeichen des Winters

Landschaftbild rund im die Neue Prager Hütte

© Eduardo Gellner / ServusTV
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Rund um den Großvenediger ziehen sich zahlreiche abgelegene Täler, die teils bis an den Gletscher reichen. Jedes von ihnen übt eine besondere Anziehungskraft aus. "Heimatleichten" besucht die Bergsteiger, Aussteiger, Umsteiger und Aufsteiger und erfährt mehr über ihre Vergangenheit und ihren Alltag.

Einer von ihnen ist Wilfried Studer. Gemeinsam mit seiner Frau und Tochter bestieg er 2010 als erste österreichische Familie den Mount Everest. Über 12 Jahre lang bewirtschafteten sie die Neue Prager Hütte – doch nun beginnt für die Familie die letzte Saison. Immerhin feiert Wilfried in Kürze seinen 70. Geburtstag. Auf die "wirklich hohen Berge" geht er trotzdem noch – und auf den 3000 Metern rund um die Hütte trägt er generell nur ein T-Shirt, selbst wenn die ganze Schneefräsenmannschaft in voller Wintermontur arbeitet. 

Nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt macht sich Schnitzer Manuel Egger-Budemair den perfekten Ausblick vom Virgental für seine Werkstücke zunutze. „Wer etwas sucht, bei dem man nach drei Stunden immer noch nicht weiß, was es ist, der ist bei mir falsch.“ Er sieht sich nicht als Künstler, sondern als bodenständiger Kunsthandwerker. Zwölf-Stunden-Tage taugen dem 30-Jährigen – am liebsten allein in seiner Werkstatt, wo er seine Ruhe hat.

Thomas Ludwig hingegen mag es gerne belebt. Jeden Februar feiert er mit seiner Belegschaft Geburtstag. Dabei lassen sie sich nicht lumpen: „Burning Birthday“ nennen sie die Party, und dazu bauen sie, angelehnt an das Festival „Burning Man“ in den USA, hoch oben vor der Essener-Rostocker-Hütte ein Holzmännchen auf. Das ist jedoch eine Ausnahme – den Rest des Jahres arbeitet er als Gastronom, mit deutlich mehr Herausforderungen. „Wenn du glaubst, am Berg oben wird es besser, dann liegst du falsch – erstens nimmst du dich selber immer mit, und zweitens ist hier oben einfach alles aufwändiger!“

Auf der anderen Seite des Großvenedigers liegt die Kürsingerhütte. Wirt Siegfried „Sigi“ Karl hat alle Hände voll zu tun, heute ist nämlich Helikopter-Belieferungs-Tag. Dazu kommen immer zahlreiche freiwillige Helfer, über die Sigi sich nur beglückwünschen kann. Speziell am heutigen Tag, denn der Föhn bläst ihm mit 60 bis 90 km/h um die Ohren, dass ihm die Haare zu Berge stehen. Zum Friseur will er erst im Herbst – das reicht. Dem Helikopter-Piloten reicht es auch, denn bei diesem Wind ist das Fliegen gerade so an der Grenze des Machbaren, und aus der Routinebelieferung wird ein Wettlauf gegen die Zeit. Obendrauf gab es bei der Materialseilbahn noch ein Problem mit dem Tragseil, und der Strom geht auch noch nicht. Ohne die vielen Freunde wäre das alles unmöglich, meint er. „Das ist nicht wie im Tal unten, hier heroben brauchst du Jeden.“

Ruhiger verhält es sich in Krimml. Hier rauscht nur ein Bruchteil der Wassermassen des Sommers ins Tal. Doch gerade dadurch entfalten die Wasserfälle – die jetzt kein einziger Sonnenstrahl erreicht – ein ganz eigenes, vereistes Spektakel.

Ein paar Kilometer weiter, in Neukirchen am Großvenediger, stellt Thomas Feldbacher traditionelles Holzspielzeug her, das sich selbst in Zeiten von Smartphones noch bestens verkauft. Ein besonderer Renner ist das „Fuchs und Henne“-Spiel, mit dem sich die Bauern hier früher den langen Winter vertrieben. Gespielt wurde um hohe Einsätze, meist um ein ganzes Schwein oder sogar mehr.

Mit einem noch höheren Einsatz schleppen zwei nostalgiebegeisterte Paragleiter ihre fast 40 Jahre alten Schirme am Wildkogel bei Bramberg. „Der hat drei Meter Sinken, Minimum“, meint Hartwig Schaffran, während er im pinken Anzug aus den 80ern seinen Schirm auflegt. Das bedeutet: Für zehn Meter Vorwärtsflug sinkt er drei Meter – fast wie ein Fallschirm. Versucht wird es trotzdem, denn die Verrückten sterben nicht aus, rund um den Großvenediger.

Über „Heimatleuchten“
Heimat ist der Ort, an dem man geboren und aufgewachsen ist, wo man sich wohl und zuhause fühlt. Zur Heimat gehören Bilder, Gerüche, Geschmack, Traditionen, die Familie und eine ganz bestimmte Landschaft. All das zeigt „Heimatleuchten“ – wie ein Buch voller Eindrücke, voller Geschichten und Erinnerungen. „Heimatleuchten“ ist immer freitags ab 20:15 Uhr ein Programm-Highlight bei ServusTV. Weitere Infos und die Sendungen zum Nachsehen gibt es bei ServusTV On.

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