Euphorie & Sucht am Berg Ein "Bergwelten"-Film von Reinhold Bilgeri, Mo., 12.05., ab 20:15 Uhr Aus der Freude am Bergsteigen und der Euphorie des Gipfelerlebnisses hat sich ein Hang zum "Gipfelsammeln" und zur Rekordsucht am Berg herausgebildet. So beschäftigen sich heute auch Verhaltenswissenschaftler mit dem Alpinismus und erkennen ein neuartiges Phänomen, das man gemeinhin als '"Bergsucht" bezeichnen könnte. Im "Zeitalter des Narzissmus" haben sich die Parameter verschoben. Das Ego überstrahlt alles und lässt wenig Platz für alte Ideale – auch auf dem Berg. Gipfelsiege werden heute erkauft – die Höchsten für die Reichsten, scheint der Trend der Zeit zu sein. Für 60.000 Dollar und mehr führt, unterstützt von Flaschensauerstoff, ein Guide seine Klienten auf ausgetretenen Wegen auch auf die gefährlichsten Achttausender. In der Schlange dutzender anderer Bergtouristen und im schlimmsten Fall im Stau werden Gipfel wie eine Trophäe abgehakt – Großwildjäger war gestern, "Großbergjäger" ist heute. Aus den "Big Five‘" des 19. Jahrhunderts werden im 21. Jahrhundert die "Seven Summits" oder die "Vierzehn Achttausender", wenn möglich in Rekordzeit. Die Botschaft "Auch ich war da oben" wird im Moment des Gipfelsiegs über die sozialen Medien in die Welt hinausgetragen. Regisseur Reinhold Bilgeri stellt in dieser "Bergwelten"-Dokumentation so manche Entwicklung im Bergsport in Frage – frei nach Reinhold Messners "Der Berg wird zum Massenziel, wenn ich ihn in Ketten lege, also an ihm präparierte Pisten baue. Wir sollten dem Berg sein Geheimnis lassen“. Und kommt zu dem Schluss, dass vielleicht doch die Suche nach dem Geheimnis wieder stärker im Vordergrund stehen sollte.