Der Kolibri-Effekt "Terra Mater" am Mi., 30.04., ab 20:15 Uhr Vom dichten Dschungel des Tieflands bis hinauf in die schroffen Gipfelregionen der mächtigen Vulkane Costa Ricas: Kolibris sind bekannt für ihre akrobatischen Flugmanöver - und speziell dafür, dass sie in der Luft auf der Stelle schweben können. Diese Fähigkeit ermöglicht es den wenige Zentimeter kleinen, schillernden Vögeln, nahrhaften Nektar aus den Blüten von Pflanzen zu trinken. Und die Körperfunktionen der Kolibris laufen derart schnell ab, dass die Vögel enorm viel Energie benötigen. Wenn sie Blüten besuchen, um an Nektar zu gelangen, bestäuben sie die Pflanzen gleichzeitig. So tragen sie entscheidend dazu bei, dass Blütenpflanzen Unmengen an Früchten entwickeln - die wiederum zahllosen anderen Tieren als Nahrung dienen. Auf diese Weise versorgen die Kolibris nicht nur sich selbst, sondern gleich ein ganzes Ökosystem. Die Blüte passt zum Schnabel Eine Besonderheit ist die sogenannte „Ko-Evolution“ von Kolibris und Blütenpflanzen: manche Gewächse haben mit der Zeit spezielle Blütenformen entwickelt, denen sich im Extremfall nur eine einzige Kolibri-Art angepasst hat. So verdankt der Adlerschnabel seinen Namen dem gebogenen Schnabel. Dessen Krümmung entspricht genau jener, derHelikonien-Blüten - dadurch kommt nur dieser spezielle Kolibri ganz einfach an den Nektar im Inneren der Blüten. Feuerkehl-Kolibri, Kapuzineraffe und Vulkanelfe Die Halbinsel Osa im Südwesten von Costa Rica ist ein wahres Tropenparadies. In den Baumkronen des Regenwalds tummeln sich Brüllaffen, Hellrote Aras und Klammeraffen, am Boden finden sich Nasenbären, Tapire, Ameisenbären und viele andere Tiere - und sie alle profitieren von den kleinen fliegenden Juwelen. Ohne die Kolibris wäre eine derartige Vielfalt an Lebewesen hier schwer möglich. Das Hochland von Costa Rica hingegen ist geprägt von mächtigen Vulkanen - und selbst in diesem so kargen, ja scheinbar lebensfeindlichen Umfeld finden sich Kolibris. Sie haben sich den harschen Bedingungen dieser Mondlandschaft angepasst - wie der besonders farbenprächtig schillernde Feuerkehl-Kolibri oder auch die passend benannte Vulkanelfe. In den Bergwäldern leben auch andere Vogelarten von den Früchten, die das Wirken der Kolibris hervorbringt, darunter der Seidenschnäpper und der prachtvolle Quetzal. In den Mangrovenwäldern an der Meeresküste sorgt die scheue, seltene Mangroven-Amazilie dafür, dass hier ganze Familien von Kapuzineraffen ausreichend Nahrung finden.